Internet-Kriminellen nicht ins Phishing-Netz gehen

Immer mehr deutsche Internet-Nutzer haben Angst vor Phishing-Attacken. Kein Wunder, denn jeder Fünfte ist Internet-Kriminellen durch einen solchen Angriff bereits ins Netz gegangen. Das geht aus einer Umfrage von United Internet Dialog hervor. Zum Safer Internet Day 2015 gibt WEB.DE Tipps, wie sich Internet-Nutzer schützen können.

10. Februar 2015 von Sabou Kazemi
Die WEB.DE Sicherheitsexperten entschäften täglich rund sechs Millionen schädliche Links. Symbolbild: WEB.DE Rechenzentrum in Karlsruhe. ©WEB.DE
Die WEB.DE Sicherheitsexperten entschäften täglich rund sechs Millionen schädliche Links. Symbolbild: WEB.DE Rechenzentrum in Karlsruhe. ©WEB.DE

In der Umfrage von United Internet Dialog wurden 3.000 Teilnehmer der trustedDialog-Initiative zum Thema Internet-Sicherheit befragt. 71 Prozent gaben Ende 2014 an, Angst vor gefälschten Mails und gefährlichen Links zu haben. Das entspricht einer Steigerung von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2013 waren es nur 45 Prozent.

Ein Grund für diese Steigerung ist die zunehmende Professionalisierung der Internet-Kriminellen. Diese fälschen E-Mails vertrauenswürdiger Unternehmen mittlerweile so gut, dass sie selbst für den Internet-erfahrenen Nutzer nur schwer erkennbar sind. Das Bild von hackenden Skript-Kiddies in dunklen Kellerräumen stimmt längst nicht mehr mit der Realität überein. Heute zeichnet sich die Arbeit von Internet-Kriminellen durch einen hohen Spezialisierungsgrad und professionelle Strukturen aus. Es wird in Bürokomplexen mit festen Zeiten gearbeitet. Mit Hilfe dieser neuen Mittel können die Täter schnell auf technische Entwicklungen reagieren und komplexe Schadsoftware einsetzen.

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Jeder Fünfte ist bereits einer Phishing-Attacke zum Opfer gefallen. Infografik zum Vergrößern anklicken. ©WEB.DE

Spam macht rund 70 Prozent des gesamten Mail-Aufkommens in Deutschland aus. Doch von diesen Spam-Massen merken Internet-Nutzer fast überhaupt nichts. Beispielsweise durch sogenanntes Blacklisting werden Spam-Mails eingedämmt. Darunter versteht man eine Ansammlung an IP-Adressen, die von kriminellen zum Spam-Versand eingesetzt werden.  E-Mails, die von Absendern einer solchen IP-Adresse stammen, gelangen erst gar nicht in die E-Mail-Systeme von Providern.

Bei WEB.DE und GMX kümmert sich ein eigenes Mail-Security-Team um den Schutz der Postfächer vor Spam, Phishing und Malware. Es macht im Schnitt 50 Millionen Spam-Mails pro Tag unschädlich, die in die Spam-Ordner der Nutzer eingeliefert werden. Wegen der gesetzlichen Zustellungspflicht dürfen diese nicht direkt gelöscht werden. Darüber hinaus werden durch die Sicherheitsspezialisten täglich zirka sechs Millionen schädliche Links, die beispielsweise zu Phishing-Seiten führen, aussortiert und ebenfalls unschädlich gemacht.

Tipps zum Safer-Internet-Day: Wie sich Internet-Nutzer schützen können

Wer sich an die drei Grundregeln für sicheres Surfen hält, macht Internet-Kriminellen das Leben schwer:

  1. Endgeräte-Sicherheit: Jeder sollte regelmäßige Security-Patches einspielen, Software-Updates durchführen und Anti-Virus-Software nutzen.
  2. Passwort-Sicherheit: Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens acht Zeichen, Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen. Es sollte regelmäßig geändert werden und jeder Dienst mit einem individuellen Passwort versehen werden.
  3. Bewusstes Nutzerverhalten: Hier hilft ein wachsames Auge im Umgang mit Mails und Links. Diese sollten nicht arglos geöffnet bzw. aufgerufen werden. Im Zweifel sollte beispielsweise ein Link in einer Mail nicht angeklickt werden, sondern die URL des Absenders direkt in den Browser eingegeben werden.