KI darf helfen, aber: Mehrheit entscheidet lieber selbst
Mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) gibt an, keine der in der Studie abgefragten Alltagsentscheidungen einer KI überlassen zu wollen. Unter den einzelnen Einsatzfeldern findet die KI bei der Routenplanung mit 22 Prozent noch die größte Zustimmung. Welche Nachrichten und Mitteilungen wichtig sind, würden nur neun Prozent eine KI entscheiden lassen, bei der Wahl eines Restaurants sind es sieben Prozent. Bei Musikauswahl und Einkauf liegt die Zustimmung bei sechs beziehungsweise fünf Prozent.
Klare Grenzen ziehen die Deutschen in persönlichen Lebensbereichen. Am häufigsten schließen sie KI bei Beziehungen und Freundschaften aus: 43 Prozent würden hier eine Entscheidung niemals einer KI überlassen. Ähnlich kritisch sehen die Befragten die Auswahl sozialer Kontakte (Ablehnung bei 42 %) und Finanzfragen (38 %). Auch die Archivierung von Fotos und Erinnerungen (35 %) und Gesundheitsentscheidungen (29 %) möchten viele Befragte nicht an eine KI abgeben.
„Je persönlicher die Entscheidung, desto weniger wollen die Menschen sie einer KI überlassen. Damit KI wirklich helfen kann, müssen die Menschen ihr vertrauen. Eine optimale Alltags-KI unterliegt deswegen strengen Datenschutzvorgaben und unterstützt die Menschen bei selbstbestimmten Entscheidungen“, sagt Marc Sier, Geschäftsführer von GMX und WEB.DE.
Als Hilfe im Alltag wird KI von vielen Befragten durchaus geschätzt. 39 Prozent empfinden KI-Funktionen auf dem Smartphone als Entlastung, elf Prozent sehen darin eine Belastung. Gleichzeitig gibt knapp ein Viertel der Befragten (23 %) an, bislang keine KI-Anwendungen auf dem Smartphone zu nutzen.
Gen Z zieht ebenfalls Grenzen
Die Gen Z (18 bis 29 Jahre) zeigt einen pragmatischen Umgang mit KI. Knapp die Hälfte (47 %) empfindet KI-Funktionen auf dem Smartphone als Entlastung (Gesamtbevölkerung: 39 %). Nur 36 Prozent der jüngeren Befragten lehnen es ab, einfache Alltagsentscheidungen an eine KI abzugeben. In der gesamten Bevölkerung ist diese Ablehnung mit 53 Prozent deutlich höher. Bei den Einsatzfeldern zeigt die Gen Z Offenheit für praktische KI-Anwendungen wie die Routenplanung (18 %), die Auswahl von Musik, Podcasts und Videos (15 %) sowie die Restaurantwahl (13 %).
Bei persönlichen Lebensbereichen ziehen jedoch auch junge Erwachsene klare Grenzen. Entscheidungen zu Beziehungen und Freundschaften würden 46 Prozent niemals einer KI überlassen, bei Finanzentscheidungen sind es 44 Prozent und bei Fotos und Erinnerungen 39 Prozent. Die höhere Offenheit für KI im Alltag bedeutet somit nicht, dass die Gen Z ihr auch bei persönlichen oder identitätsstiftenden Entscheidungen vertrauen würde.
Zur Methode: Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 16. bis 18.09.2026 insgesamt 2.135 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
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