Keine Gefühle für KI: Mehrheit der Deutschen hält sie aus der Liebe raus

Allem technologischen Fortschritt zum Trotz: Die Romantik in Deutschland bleibt analog. Wenn es um persönliche oder emotionale Themen geht, lässt sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (82 %) hierzulande nicht von Künstlicher Intelligenz unterstützen. Dabei gibt es allerdings eine klare Ausnahme: Junge Erwachsene der GenZ.

9. Februar 2026 von Christian Friemel

Grüße zum Valentinstag bleiben oft KI-frei. (C) Shutterstock

37 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen KI auch in diesem privaten Bereich. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von GMX und WEB.DE zum Valentinstag 2026

Nur eine kleine Minderheit der Befragten sieht in der KI einen Ratgeber bei Beziehungsproblemen in Partnerschaft oder Ehe (6 %), bei Streit in Freundschaft und Familie (6 %) oder einen „Zuhörer“ für persönliche Gedanken und Sorgen (9 %). Die Skepsis gegenüber künstlicher Nähe sitzt tief: So finden es zwei Drittel der Bevölkerung (67 %) nicht nachvollziehbar, dass Menschen echte emotionale Bindungen oder gar Partnerschaften mit einer KI entwickeln könnten.

„Diese Ergebnisse sind ein starkes Signal für digitale Selbstbestimmung. Die Menschen nutzen KI dort, wo sie hilft – aber sie geben ihre Gefühle nicht an Algorithmen ab. Gerade in der privaten Kommunikation bleibt Vertrauen wichtiger als technische Möglichkeiten“, sagt Michael Hagenau, Geschäftsführer von GMX und WEB.DE.

Liebesgrüße: Authentizität schlägt Algorithmus

Besonders deutlich fällt die Absage an die KI bei romantischer Korrespondenz aus: Für 72 Prozent der Deutschen kommt es nicht in Frage, eine KI für das Verfassen von Liebesbriefen, Flirt-Nachrichten oder Valentinsgrüßen einzusetzen. Noch größer ist die Distanz gegenüber der Maschine selbst: 80 Prozent würden „ihrer KI“ zum Valentinstag nicht einmal einen kurzen Gruß oder ein „Danke“ als Zeichen der Wertschätzung senden.

Gen Z: Die digitale Ausnahme

Ein anderes Bild zeigt sich bei den 18- bis 28-Jährigen. Die GenZ hat deutlich weniger Berührungsängste mit ChatGPT und Co. So verwenden bereits 37 Prozent dieser Altersgruppe KI, um über persönliche oder emotionale Themen zu sprechen. Jeder und jede Vierte (25 %) hat bereits KI-Hilfe für romantische Texte in Anspruch genommen. Zudem halten 40 Prozent eine echte emotionale Bindung zwischen Mensch und Maschine für nachvollziehbar – ein deutlicher Unterschied zum Rest der Bevölkerung.

Datenschutz als rote Linie

Unabhängig vom Alter eint die Deutschen der Wunsch nach digitaler Intimsphäre. In allen Altersgruppen ist es über 50 Prozent der Befragten wichtig, dass private Liebesnachrichten nicht von KI-Algorithmen mitgelesen oder analysiert werden.

Zur Methode:

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 26. – 28.01.2026 insgesamt 2056 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Ergebnisse im Detail:

 

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