Wenn’s privat sein soll: E-Mails an Nutzer von anderen Anbietern verschlüsseln

Private Daten auch privat zu halten wird für viele immer wichtiger. Für WEB.DE Nutzer gibt es eine einfache Möglichkeit, E-Mails mit PGP verschlüsselt zu verschicken. Die Einrichtung ist in drei Schritten erledigt. Doch wie funktioniert die verschlüsselte Kommunikation mit einem Kontakt eines anderen Anbieters?

25. August 2016 von Janina Bokoloh

Mit PGP werden Mails sicher verschlüsselt und vor fremden Augen geschützt. (c) Shutterstock

Nutzer von WEB.DE haben seit 2015 die Möglichkeit, ihre E-Mail-Kommunikation ganz einfach mit PGP zu verschlüsseln. PGP (für „Pretty Good Privacy“) ist ein offener, weltweit anerkannter Standard für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, der ein hohes Sicherheitsniveau bietet und jedem Nutzer kostenlos zur Verfügung steht, vom FreeMail-User bis zum Club-Mitglied. Bei anderen Anbietern ist das allerdings noch längst nicht Gang und Gäbe: Oft gibt es PGP nur als Expertenlösung für die wenigen Anwender, denen die aufwändige manuelle Konfiguration keine Probleme bereitet.
Aber wie funktioniert die sichere Kommunikation, wenn ein WEB.DE Nutzer E-Mails verschlüsselt an Adressen anderer Anbieter schicken will? Nicht nur die sichere Kommunikation zwischen Nutzern von WEB.DE untereinander ist einfach einzurichten, auch mit Nutzern anderer E-Mail-Anbieter lassen sich leicht verschlüsselte Nachrichten austauschen.

Herzlich Willkommen: Kontakte außerhalb von WEB.DE zu verschlüsselter Kommunikation einladen
Damit ein WEB.DE Nutzer einen Kontakt einladen kann, muss er im ersten Schritt selbst die verschlüsselte Kommunikation eingerichtet haben.
Der Weg von der Einladung bis zur ersten verschlüsselten E-Mail lässt sich in wenigen Schritten beschreiben: Im Grunde müssen lediglich die öffentlichen Schlüssel der beiden Kommunikationspartner ausgetauscht werden. E-Mails, die an einen Empfänger geschickt werden, können mit dessen öffentlichem Schlüssel verschlüsselt werden. Mithilfe seines privaten Schlüssels kann dann allein der Empfänger selbst diese E-Mails entschlüsseln.
Im Detail bedeutet das, der WEB.DE Nutzer muss seinen öffentlichen Schlüssel aus der Browser-Erweiterung „Mailvelope“ exportieren, um ihn als E-Mail-Anhang mit einem Kontakt zu teilen. Mit einem Klick auf das „Mailvelope“-Symbol in seinem Browser gelangt der Nutzer auf „Optionen“. Dort kann er auf der Einstellungsseite unter „Schlüssel anzeigen“ den öffentlichen Schlüssel auswählen und mit einem Klick auf „Exportieren“ als Datei z.B. mit dem Namen „mustermann.asc“ herunterladen. Die heruntergeladene Datei kann dann als E-Mail-Anhang an einen Kontakt verschickt werden.

So klappt es mit dem Schlüsseltausch
Der eingeladene Kontakt muss ebenfalls seinen öffentlichen Schlüssel mit dem WEB.DE Nutzer teilen. WEB.DE erkennt in der Regel an Mails angehängte öffentliche Schlüssel. Klickt man diese Datei an, kann ausgewählt werden, ob sie dem eigenen Schlüsselring hinzugefügt werden soll. Klappt das einmal nicht, kann die empfangene .asc-Datei auf dem PC des WEB.DE Nutzers gespeichert werden, um sie anschließend zu importieren. Das Importieren funktioniert ebenfalls über die Browser-Erweiterung „Mailvelope“. Unter „Optionen“ auf der Einstellungsseite „Schlüssel importieren“ kann mit einem Klick auf „Bitte eine Schlüsseltextdatei zum Importieren auswählen“ die gespeicherte Schlüsseldatei ausgewählt werden. Durch einen Klick auf „Importieren“ wird der öffentliche Schlüssel des anderen Nutzers hochgeladen.
Durch den Austausch der öffentlichen Schlüssel kann der WEB.DE Nutzer nun mit dem Kontakt eines anderen Anbieters sicher kommunizieren. Sichere Kommunikation muss also nicht kompliziert sein und kann auch zwischen verschiedenen E-Mail-Anbietern einfach und schnell eingerichtet werden.

Kategorien: Mail, Sicherheit

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