Sicherheits-Tipp: Sechs Passwörter, die Sie jetzt unbedingt wechseln sollten

Alle Jahre wieder: Rund um die Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren nutzen viele die Zeit, um persönliche Dinge auf Vordermann zu bringen. Auch die eigene Netzwerk- und IT-Sicherheit hat ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Denn in jedem Haushalt verstecken sich ein paar lang vergessene Passwörter, die man dringend ändern sollte.

22. Dezember 2016 von Christian Friemel
Regelmäßig ein neues, sicheres Passwort festlegen. © Shutterstock

1. Der heimische Netzwerkdrucker

In vielen Haushalten stehen sie noch: Große, graue Kisten, die sowohl drucken als auch scannen und faxen können. Und diese Dienste bieten sie meist im gesamten Netzwerk an – dafür müssen sie allerdings auch im ganzen Netzwerk sichtbar sein. So stellen sie, gerade wenn sie in die Jahre gekommen sind, ein Einfallstor für einen Hackerangriff über das Internet dar. Besonders dann, wenn das von Werk ab vorgegebene Standardpasswort noch unverändert aktiv ist: Im Internet kursieren Listen und Algorithmen, mit denen sich die Standardpasswörter vieler Hersteller im Handumdrehen ermitteln lassen. Unbedingt abändern!

2. Der TV-Media-Receiver

Fernsehsignale übers Internet sind längst gang und gäbe in deutschen Wohnzimmern: Ganz bequem empfängt man genau das Programm über IPTV, das man sehen möchte, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, zu dem man es sehen möchte – werbefrei und in HD. Die meisten Anbieter liefern dazu spezielle TV-Receiver aus, mit denen sich das Angebot nutzen lässt, oft auch über ein Drahtlos-Netzwerk. Einmal eingerichtet, gerät die kleine Wunderbox mit ihrem Passwort oft in Vergessenheit,  solange das Fernsehsignal läuft – und stellt dabei einen Angriffsvektor für Hacker dar. Genau wie beim E-Mail-Postfach gilt auch für den TV-Receiver: Regelmäßig das Passwort ändern!

3. Der lange ungenutzte Onlinespeicher

Im Laufe einer Internetkarriere sammeln sich oft diverse Cloudspeicher-Accounts an. Oft schnell aus einem Impuls heraus erstellt, gerät ein solches Konto leicht in Vergessenheit. Das kann ein Sicherheitsrisiko sein: Wurde ein solcher verwaister Account einmal gehackt oder sind die Kundendaten in Umlauf geraten, probieren Onlinekriminelle gern die Kombination aus Passwort und E-Mail-Adresse auch bei anderen gängigen Diensten aus. Wer es mit dem Passwort-Wechseln nicht so genau nimmt, riskiert hier, auch wichtige Daten und Zugänge zu kompromittieren. Also: Einfach mal die letzten zwölf Monate im eigenen Postfach nach Anmeldebestätigungen für kostenlose Cloud-Konten durchsuchen und diese Schwachstellen ausmerzen.

4. Die Smart-Home-Schaltstation

In den letzten Jahren hat der Smart-Home-Trend immer mehr Fahrt aufgenommen: Intelligente Lampen, die per WLAN angesteuert werden, färben unser Zuhause in angenehmes Licht, die Heizung reagiert auf die Wettervorhersage aus dem Netz und das Garagentor öffnet sich per Smartphone. Alle diese komfortablen Techniken haben eine Gemeinsamkeit: sie brauchen eine Verbindung ins World Wide Web – und über die können auch unerwünschte Daten ins heimische Netzwerk gelangen; besonders, wenn beispielsweise Dienste wie die Beleuchtung auch vom Büro übers Handy steuerbar ist. Dementsprechend gilt auch für Systeme wie Innogy Smarthome, Philipps Hue, Osram Lightify, Quivicon, ElGato Eve oder die neue Smart-Home-Lösung Alexa : Unbedingt regelmäßig das Passwort für die Schalt-Zentralen oder das Online Konto der jeweiligen Anbieter wechseln.

5. Das Babyfon

Smartphones und Internet haben in den vergangenen Jahren auch das Eltern-Dasein revolutioniert: Statt eines krächzenden Funkempfängers mit begrenzter Reichweite überwachen wir heute den Schlaf der Jüngsten ganz selbstverständlich mit WLAN-fähiger HD-Webcam, Bewegungsmelder, Nachtsicht- und Infrarotmodus, Mikrofon für ein paar beruhigende Worte inklusive. Doch auch hier gilt: Jedes Gerät, das über das Internet Daten versendet und empfängt, stellt ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar. Viele Systeme für internetbasierte Überwachungskameras arbeiten mit eigenen Cloudservices und Streamingdiensten, die jeweils ein Nutzerkonto notwendig machen – und über dieses können Internetkriminelle auf das heimische Netzwerk zugreifen. Also sollten Sie auch diese Technologie in Ihre Passwort-Wechsel-Routine mit einbeziehen.

6. Der WLAN Router

Überhaupt möglich werden alle oben genannten Techniken erst durch einen Breitband-Internet-Anschluss. Der dazugehörige Router ist die zentrale Schnittstelle ins World Wide Web: Hier verläuft die Grenze zwischen öffentlichem Internet und heimischem Netzwerk.  Und das macht den Router zum sicherheitskritischen Punkt, vor allem, wenn er WLAN hat.  Oft sind nämlich hier von Werk hab Standard-Passwörter fürs Drahtlos-Netzwerk eingerichtet – leichtes Spiel selbst für mittelmäßige Hacker. Auch der WLAN-Router sollte also regelmäßig ein neues, sicheres Passwort verpasst bekommen.

Man sieht: Das „Internet der Dinge“ macht das Leben in vielen Bereichen deutlich komfortabler – aber es erfordert auch ein wenig Aufmerksamkeit, Umsicht und vor allem: sichere, komplexe Passwörter, die man regelmäßig wechseln sollte. Übrigens: Wie Sie ein sicheres Passwort ganz einfach anlegen können, haben wir hier für Sie zusammengestellt.