„Wir sind vom Zukunftspotenzial der De-Mail überzeugt.”

Die Deutsche Telekom stellt ihr De-Mail-Geschäft ein. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit werde den Kunden zum 31. August 2022 gekündigt. Jan Oetjen, Geschäftsführer der E-Mail- und De-Mail-Anbieter WEB.DE und GMX, sieht weiterhin großes Potenzial in dem Dienst, der bislang den einzigen, breit verfügbaren Standard für rechtsverbindliche digitale Kommunikation darstellt.

31. August 2021 von Christian Friemel

Jan Oetjen ist Geschäftsführer von Deutschlands größten E-Mail-Anbietern WEB.DE und GMX. (c) WEB.DE

„Wir sind vom Zukunftspotenzial der De-Mail überzeugt, denn es handelt sich um den einzigen interoperablen, breit verfügbaren Standard für die rechtsverbindliche digitale Kommunikation in Deutschland. Wir sind bereits im Gespräch mit der Telekom und prüfen die Optionen und Voraussetzungen, mit dem Ziel den Kunden der Telekom und T-Systems ein Angebot für die unterbrechungsfreie Fortführung ihrer De-Mail-Konten zu machen. Ein wichtiger Faktor dafür ist die weitere staatliche Unterstützung von De-Mail sowie die Ausweitung der Nutzung. Wir sehen die große Chance, De-Mail über die Systemgrenzen hinweg zum kleinsten gemeinsamen Nenner der so schnell nicht zu bereinigenden öffentlichen IT-Flickenteppiche zu machen. Wenn der Staat seinen eigenen Standard endlich flächendeckend verfügbar macht, lassen sich große Potenziale erschließen.

Naheliegend ist beispielsweise die Digitalisierung der Behördenpost, die einen großen Anteil am jährlichen Briefvolumen hat. Großes Potenzial liegt auch im Bereich der digitalen Identifikation. Mit De-Mail steht ein erprobter und nach dem Onlinezugangs-Gesetz (OZG) überprüfter Standard zur Anmeldung an den Nutzerkonten zur Verfügung. Das bedeutet, dass nicht jede Kommune und jedes Land neue, eigene Login-Verfahren für ihre Online-Services aufbauen muss. Zudem bietet De-Mail als einzige Lösung einen Rückkanal.

Steigt die Akzeptanz digitaler Identitäten und verbindlicher Kommunikation beim Bürger, wird das System auch für die Wirtschaft weiter relevant. So können Unternehmen wie Versicherer oder der Online-Handel De-Mail-Logins verwenden, um beispielsweise Verträge zu prüfen oder altersbeschränkte Dienstleistungen anzubieten sowie jegliche vertraglich relevante Kommunikation abzubilden. Die Möglichkeiten dazu liegen mit De-Mail vor, sie müssen nur genutzt werden.“

Kategorien: De-Mail, News

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