Umfrage Internet-Sicherheit: Mehrheit der Deutschen befürchtet Identitätsdiebstahl

Die größte Angst sind dabei Einkäufe und Vertragsabschlüsse im eigenen Namen. Trotzdem verwenden 44% der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer in Passwörtern persönliche Informationen und erleichtern so Identitätsdiebstahl. Über die Hälfte findet zusätzlichen Account-Schutz durch 2FA wichtig und notwendig. WEB.DE ruft am heutigen Tag der Passwort-Sicherheit dazu auf, das eigene Passwortverhalten zu prüfen.

23. März 2022 von Christian Friemel

Zum Tag der Passwort-Sicherheit sollten Internetnutzerinnen und -nutzer ihre Passwort-Gewohnheiten prüfen. (c) Shutterstock

Über die Hälfte der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer ist besorgt (45%) oder sogar sehr besorgt (13%), von einem Identitätsdiebstahl betroffen zu sein. Dabei verschaffen sich Kriminelle Zugang zu Online-Konten und handeln im Namen ihrer Opfer. Die Mehrheit der Befragten befürchtet, Kriminelle könnten in ihrem Namen einkaufen (72%) und Verträge abschließen (63%). Viele sorgen sich, dass Fremde die gestohlene Identität nutzen, um neue Konten zu eröffnen (37%) oder Freunde und Bekannte um Geld zu betrügen (27%). Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag des E-Mail-Anbieters WEB.DE zum Tag der Passwort-Sicherheit.

„Identitätsdiebstahl ist für viele Internetnutzerinnen und -nutzer ein echter Alptraum. Damit er nicht Realität wird, müssen alle Online-Accounts mit personenbezogenen Daten besonders geschützt werden. Das gilt besonders für die E-Mail-Adresse: Mit ihr loggt man sich bei vielen anderen Diensten ein, kann Passwörter zurücksetzen oder neue Accounts eröffnen. Neben einem starken, einzigartigen Passwort für jeden Dienst gehört auch die Zwei-Faktor Authentifizierung zum Basis-Schutz. Wo immer möglich, sollte man sie aktivieren”, sagt Jan Oetjen, Geschäftsführer des E-Mail-Anbieters WEB.DE.

Mehrheit der Deutschen hat Angst vor Identitätsdiebstahl. (c) WEB.DE

Mehrheit der Deutschen hat Angst vor Identitätsdiebstahl. (c) WEB.DE

Nachholbedarf bei Passwort-Sicherheit

Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet zusätzlichen Schutz, bei aktivierter 2FA reicht das Passwort allein zum Login nicht mehr aus. Zusätzlich muss ein einmaliger Zahlencode eingegeben werden, der zum Beispiel per SMS empfangen oder in einer Smartphone-App generiert wird. Die Mehrheit der Bevölkerung (56%) hält die Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtig und notwendig, auch wenn der Komfort darunter leidet. 31 Prozent finden die 2FA lästig, nutzen sie allerdings, wo immer es möglich ist.

Bei sicheren Passwörtern haben viele noch Nachholbedarf: 57 Prozent der Befragten verwenden ein und dasselbe Passwort für mehrere (52%) oder sogar alle (5%) Online-Accounts. Damit missachten sie die wichtigste Regel für sichere Passwörter. Wird ein mehrfach verwendetes Kennwort bei einem Dienst geknackt, sind automatisch alle anderen Accounts mit demselben Kennwort ebenfalls in Gefahr. Auch bei der Erstellung von Passwörtern sind viele Deutsche unvorsichtig: 44 Prozent benutzen dabei persönliche Informationen wie die Geburtsdaten von Familie, Partner oder Freunden (16%), wichtige Daten oder Jahrestage (15%) oder Namen (13%) bzw. Kosenamen (11%) der eigenen Kinder oder Partner. Auch der Name des eigenen Haustiers (13%) ist eine beliebte Passwortquelle. Das Problem: Viele dieser Informationen sind oft auf Social-Media-Plattformen frei im Internet verfügbar, so dass Passwörter leicht erraten werden können. Wer so nachlässig mit persönlichen Daten umgeht, macht es Identitätsdieben einfach. 16 Prozent der Befragten geben an, schon einmal von einem Identitätsdiebstahl betroffen gewesen zu sein.

 

Persönliche Informationen in Passwörtern sind ein Sicherheitsrisiko (c) WEB.DE

Persönliche Informationen in Passwörtern sind ein Sicherheitsrisiko (c) WEB.DE

Auch bei der Passwortlänge ist noch Luft nach oben: Knapp die Hälfte der Befragten (49%) verwendet Passwörter von zehn oder weniger Zeichen Länge. Experten empfehlen acht, besser zwölf Zeichen. Verständlich, dass eine Mehrheit der Deutschen (71%) Passwörter gern durch andere Login-Methoden ersetzen möchten. Favorit sind biometrische Daten wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan (38%), mit einigem Abstand folgen eine parallele Anmeldung per Smartphone (9%) sowie der Login mit elektronischem Personalausweis (8%) oder mit Passwort-Management-Software (7%). 

Vertrauen in europäische Single Sign-on Dienste

Single Sign-on Dienste (SSO) wie der Login mit Google, Facebook, Apple oder netID regeln zentral die Logins bei weiteren Websites. Aktuell ist rund ein Viertel (27%) der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer bei einem SSO-Service registriert. Eine besondere Rolle bei der Auswahl spielt die Herkunft des SSO-Anbieters: 48 Prozent der Befragten geben an, einem Unternehmen aus Europa die eigenen Daten eher anvertrauen zu wollen als einem Anbieter aus den USA oder China.

 

Über die Studie

Das Marktforschungsunternehmen Bilendi & respondi hat im Februar 2022 insgesamt 1000 deutsche Internet-Nutzer ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Umfrage sind repräsentativ. Die detaillierten Umfrageergebnisse finden Sie hier.

Kategorien: News, Pressemitteilungen, Sicherheit

Verwandte Themen

WEB.DE und GMX verbessern Passwortsicherheit

Deutschlands meist genutzte E-Mail-Anbieter WEB.DE und GMX führen neue Funktionen für mehr Passwortsicherheit ein. Dazu zählen erweiterte Richtlinien für Passwortlänge und -komplexität sowie ein automatischer Abgleich mit besonders gefährdeten Passwörtern. Zusätzlich sichert die Funktion „Bekannte Geräte“ künftig Logins von neuen Endgeräten per Mail App auf dem Smartphone ab. mehr

Nutzer schützen und Zugang zu relevanten Inhalten gewährleisten – Unser technischer Ansatz für die E-Mail-Sicherheit

Von Tobias Herkula, Senior Product Owner Mail Security.

In der Welt der E-Mail-Kommunikation ist es unser oberstes Ziel als E-Mail-Anbieter, unsere Nutzer vor bösartigen Inhalten zu schützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie Zugang zu wertvollen und relevanten Inhalten haben. Dieses Gleichgewicht bei großen E-Mail-Anlieferungen zu wahren, erfordert einen fundierten technischen Ansatz. mehr